
Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr, Frau Husmann, Herr Evers, Frau Bongert-Boekhout - v.l.n.r.
Aber was hat es nun mit der „Gezelligheid“ auf sich? Aufgeklärt wurden die Gäste nach einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr durch den Referenten Dirk Evers von etc training & consulting, der über die Besonderheiten in der Zusammenarbeit mit niederländischen Unternehmen berichtete - und warum es manchmal hakt. Dabei zeigte Herr Evers auf, was oft als typisch deutsch und als typisch niederländisch wahrgenommen wird und was wirklich alles typisch ist. Dies führt häufig zu kulturellen Missverständnissen, was die Zusammenarbeit mit niederländischen Unternehmen schwierig machen kann. Oder sogar den Start als deutsches Unternehmen im niederländischen Markt verhindern kann, weil grundsätzliche Gepflogenheiten oder Vorschriften nicht beachtet wurden. Als besonders wesentlich gilt es, wenigstens über Grundkenntnisse der niederländischen Sprache wie z.B. Grußformeln zu verfügen. Damit kann man sein niederländisches Gegenüber positiv überraschen, denn damit rechnen die wenigsten. Die Basis der Zusammenarbeit bildet die „Gezelligheit“, eine niederländische Bezeichnung für ein Art des Wohlfühlens miteinander, das zusammen bei einem „kopje koffie“ entwickelt werden kann. Auch das Referat von Herrn Evers war sehr „gezellig“ gestaltet, so dass die Teilnehmer die vermittelten Inhalte schnell aufnehmen konnten. Ein bereit gelegtes Informationspapier beinhaltete weitere interessante Aspekte, die es beim Austausch mit den Landesnachbarn zu beachten gibt.
Im Anschluss daran berichteten Vertreter der Unternehmen TEKA Absaug- und Entsorgungstechnologie und Molkerei Wiegert von ihren Erfahrungen mit niederländischen Geschäftspartnern. Auch sie konnten viele zuvor genannte Gesichtspunkte bestätigen, vor allem die Sprache sei in wichtiges Detail.

Herr Liestener (Molkerei Wiegert), Frau Holtkamp (Kreishandwerkerschaft) und Herr Hoffstädte (Firma TEKA) - v.l.n.r.
Das Referat und die Unternehmerberichte waren Teil der Auftaktveranstaltung des Programms „Qualifizierung Velener Unternehmen für den niederländischen Markt“. Es handelt sich dabei um ein LEADER-Projekt für die Region Bocholter Aa (Borken, Bocholt, Isselburg, Rhede und Velen), das vom EU-Referat der Kreishandwerkerschaft Borken durchgeführt wird. Angesprochen sind Klein- und Mittelständische Unternehmen aus Velen, die auf dem niederländischen Markt tätig werden wollen, aber sich noch nicht fit genug dafür fühlen. Denn das Ziel des Programms ist es, die Unternehmen so zu schulen, dass sie einen rechtlich und finanziell soweit wie möglich abgesicherten und nachhaltigen Weg in den Nachbarmarkt finden.
Das ist insoweit interessant, da in der jüngsten Vergangenheit die wirtschaftlichen Entwicklungen zu Verlusten insbesondere bei den heimischen Handwerkern geführt haben. Es bietet sich an, sich und sein Unternehmen auf dem niederländischen Markt zu positionieren, denn beispielsweise der Bausektor in den Niederlanden weist derzeit einen Umsatzzuwachs von beinahe 9% auf. Zudem werden auch bei unserem Nachbarn jenseits der Grenze die als „typisch deutsch“ bekannten Qualitätsmerkmale geschätzt: Hochwertige Handwerksarbeit und die termintreue Auftragsabwicklung.
Auch aus Velen sind bereits einige Unternehmen im Nachbarland tätig, aber eine intensivere Ausschöpfung des niederländischen Marktes ist auch für diese Betriebe möglich. Der niederländische Markt bietet ebenso den Gewerbetreibenden, die hier bisher noch nicht vertreten sind, ein hochinteressantes Potential.
Das Programm kostet insgesamt ca. 72.000 €; die von den fünf Kommunen und der EU getragen werden. Die Schulungsinhalte sind: Geschäftskultur, die Bedingungen des NL-Marktes, Verkaufsstrategien, Tipps zur Platzierung und Bewerbung des Produkts, Rechtliches und Steuern sowie die niederländische Sprache. Der Sprachkurs ist kostenpflichtig, das dies im Rahmen der EU-Bedingungen nicht förderfähig ist.
Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 20 Unternehmen. Darüber hinaus kann jedes Unternehmen (nicht nur Handwerker) eine Kurzberatung des EU-Referats der Kreishandwerkerschaft Borken wahrnehmen.

Frau Hildegard Bongert-Boekhout
Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Hildegard Bongert-Boekhout, EU-Referat Kreishandwerkerschaft Borken, Johann-Walling-Straße 30, 46325 Borken, Tel.: 02861-89 209 15, Fax: 02861-89 209 21, E-Mail:
h.bongert@kh-borken.net, Internet:
www.kh-borken.de oder bei der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Velen, Anke Husmann, Tel.: 926-204, E-Mail:
husmann@velen.de.