Fundstück Nr. 2 - "Eine bewegte Vereinsgeschichte"


Bereits um 1900 fand der Fußballsport im konservativ-katholisch geprägten Westmünsterland erste Anhänger – trotz anfänglicher Vorbehalte gegenüber der sogenannten „Fußlümmelei“. In Ramsdorf begann die organisierte Fußballgeschichte 1921 mit der Gründung von „Preußen Ramsdorf“. Vier Jahre später schloss sich der Verein dem katholischen Sportverband DJK an und nahm am organisierten Spielbetrieb teil.

Akte c/235 - 2

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es ab 1933 zu tiefgreifenden Veränderungen im Vereinswesen. Der DJK wurde entmachtet und schließlich verboten. Auch in Ramsdorf war eine Fortführung des Vereins in seiner bisherigen Form nicht mehr möglich. Ein erster Neugründungsversuch im Jahr 1935 scheiterte an formalen Hürden.

Erst am 17. Februar 1936 gelang unter der Leitung von Dr. Franz Schüling die Gründung des „Vereins für Leibesübungen Ramsdorf“. Mit 36 Anwesenden wurde der Grundstein für den heutigen VfL gelegt, der im Dezember 1936 den Spielbetrieb aufnahm.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste der Verein – wie alle Sportvereine – erneut zugelassen werden. Die vorliegende Archivakte dokumentiert die Genehmigung durch die britische Militärverwaltung am 29. November 1945. Damit konnte der VfL Ramsdorf unter neuen rechtlichen Rahmenbedingungen in eine neue Zeit starten.

Das Stadtarchiv Velen würdigt mit diesem Fundstück die wechselvolle Geschichte des Vereins und macht zugleich deutlich, wie eng Sport, Gesellschaft und Politik miteinander verbunden waren.

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