Fundstück Nr. 4 - "Über 1000 Jahre gemeinsame Geschichte von Velen und Ramsdorf"


Einen wichtigen Entwicklungsschritt stellte die Erhebung beider Orte zu eigenständigen Pfarreien um das Jahr 1195 dar. Damit erfolgte eine erste rechtliche und geografische Abgrenzung.

Akte c/235 - 2

Im Jahr 1319 erhob Fürstbischof Ludwig II. Ramsdorf zur sogenannten Minderstadt beziehungsweise Ackerbürgerstadt. Trotz der damit verbundenen Rechte blieb ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung unter anderem aufgrund von Seuchen und Stadtbränden aus.

Seit dem 13. Jahrhundert prägte zudem das adelige Haus Velen die Entwicklung des Ortes. Auch nach der Eroberung Velens im Jahr 1371 durch den Fürstbischof von Münster blieb der Einfluss des Hauses Velen – später ergänzt durch das Geschlecht Landsberg-Velen – über Jahrhunderte bestehen.

Mit dem Ende der Herrschaft des Fürstbistums Münster begann eine Phase häufiger politischer und administrativer Veränderungen. Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses gelangten Velen und Ramsdorf 1803 an das Fürstentum Salm-Salm, bevor sie 1811 Teil des französischen Kaiserreichs wurden. Ab 1815 gehörten beide Orte zum Königreich Preußen.

Im 19. Jahrhundert kam es zu mehreren Verwaltungsreformen mit wechselnden Zusammenschlüssen und Trennungen der Ämter. Ein bedeutender Einschnitt erfolgte schließlich 1937, als die bis dahin eigenständigen Ämter Velen und Ramsdorf zum Amt Velen-Ramsdorf zusammengeführt wurden.

Die endgültige kommunale Vereinigung erfolgte im Jahr 1975, als die Gemeinden Ramsdorf und Velen zur Gemeinde Velen zusammengeschlossen wurden. Seit 2012 trägt Velen offiziell den Titel einer Stadt.

Das Stadtarchiv Velen macht mit dem Format „Fundstück Freitag“ regelmäßig auf spannende Aspekte der lokalen Geschichte aufmerksam und lädt dazu ein, die Entwicklung der Region über die Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen.

Quelle: Schriftreihe der Gemeinde Velen, Band 3 und 5