
Auch in Velen und Ramsdorf bedeutete diese Zeit einen tiefgreifenden Wandel: Nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Diktatur konnten Städte und Gemeinden wieder demokratisch verwaltet werden. Mit dem Grundgesetz wurde ab 1949 die kommunale Selbstverwaltung zur neuen Grundlage – ein deutlicher Kontrast zur gleichgeschalteten Verwaltung nach dem „Führerprinzip“.
Doch wie langsam dieser demokratische Neuanfang manchmal auch im Alltag ankam, zeigt ein bemerkenswertes Dokument aus dem Stadtarchiv:
Noch im September 1951 vermerkte ein Angestellter der Gemeindeverwaltung Ramsdorf-Stadt auf den Hinweis des Bundesinnenministeriums, dass in jeder Amtsstube ein Exemplar des Grundgesetzes vorhanden sein sollte:
📝 „Grundgesetz nicht vorhanden. Bestellen?“
Ein kleiner Satz – und zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie Demokratie nicht nur beschlossen, sondern auch Schritt für Schritt in Verwaltung und Gesellschaft verankert werden musste.
📚 Quelle: Stadtarchiv Velen-Ramsdorf



