Fundstück Nr. 8 - "Der lange Weg zur Rettung des Velener Freibades"


Die Gemeinde Velen errichtete das Freibad im Jahr 1937 als „Freiluftbadeanstalt“. Zunächst wurde die Anlage vor allem von Schulen, dem Schwimmverein sowie den in Velen stationierten Zollschülern genutzt. Während der letzten Kriegsjahre blieb das Bad geschlossen.

Nach Kriegsende zeigte sich der schlechte bauliche Zustand immer deutlicher. Bereits 1946 beanstandete das Kreisgesundheitsamt zahlreiche Mängel und forderte deren Beseitigung. Auch Amtsdirektor Dr. Kaesbach machte 1950 gegenüber dem Kultusministerium in Düsseldorf deutlich, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig seien, um das Freibad „für die Öffentlichkeit und den Sportbetrieb zu erhalten“.

1951 beantragte der TuS Velen beim Sportbund Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss von 35.000 D-Mark. Obwohl der Verein erhebliche Eigenleistungen zusagte und der Kreis Borken die Notwendigkeit der Sanierung bestätigte, wurde die Förderung abgelehnt. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass der Verein weder Mitglied des Westdeutschen Schwimmverbandes noch Eigentümer der Anlage war.

Die im Stadtarchiv erhaltenen Unterlagen dokumentieren den langwierigen Weg bis zur Finanzierung. Über mehrere Jahre hinweg führten Gemeinde, Regierungspräsidium, Ministerien und weitere Behörden einen intensiven Schriftwechsel. Kostenvoranschläge wurden mehrfach angepasst und verschiedenste Fördermöglichkeiten ausgelotet.

Akte c/235 - 1

Erst im Mai 1953 konnten die Bauarbeiten beginnen. Am 16. August desselben Jahres wurde das modernisierte Freibad feierlich eröffnet. Schwimmwettkämpfe, Kunstspringen und Wasserballspiele bildeten den Rahmen der Einweihung, an der neben Bürgermeister und Gemeinderat auch Vertreter der Landesbehörden sowie des Westdeutschen Schwimmverbandes teilnahmen.

Die Archivakten zeigen eindrucksvoll, dass der Erhalt des Freibades keineswegs selbstverständlich war. Vielmehr war er das Ergebnis jahrelanger Bemühungen von Gemeinde, Vereinen und Behörden.

Dass die beiden Freibäder in Velen und Ramsdorf bis heute einen besonderen Stellenwert besitzen, brachte der ehemalige Bürgermeister Ralf Gross-Holtick im Jahr 2015 mit einem augenzwinkernden Satz auf den Punkt: „Wenn man keine Lust mehr auf die Aufgabe als Bürgermeister hat, muss man nur den Vorschlag zur Schließung eines der beiden Freibäder unterbreiten.“

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